Hans Lauterbach und die Stammcrew von Schmidt Chaos Tours auf den Spuren von Barawitzka
Der erste Schmidt Chaos Törn ohne Rolf!

20.- 27.09.2008

Der Trip startete in Lavrion und führte die Helden aus Bavaria auf einer Bavaria an die Ost-Küste der Insel Pelepones und in die Kykladen.

Die Crew:   Hans (Skipper), Uli, Poophy, Günter, Michel und Pit.
Erstmals war Rolf nicht dabei.   

 

Eine erste Meinung:

Lieber Schiffsführer, liebe Wetterfrösche, liebe Kapitäne und Matrosen,

es war eine Superwoche mit Euch. Dickes Lob für Hans, der einen prima Skipperjob gemacht hat. Herzlichen Dank auch an Rolf und Joey - es war sehr beruhigend, immer bestens durch Euch bez. Wetter informiert zu sein. Eigentlich wart Ihr an Bord. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Günter.

 

 

 

Törnbericht Ägäis – Griechenland 2008

Törnberichterstatter: Günter
Schiffsführer + Matrosen:

Hans + Pit, Uli, Poophy, Michelscher, Günter

Strecke:
340 sm, davon 117 sm unter Segel

Freitag, 19.09.2008

Die Schmidt Chaos Crew ist wieder mal unterwegs, allerdings mit komplett neuer Rollenverteilung:

Hans sagt, er wäre Schiffsführer; Fakt ist, dass er der neue Skipper ist, nachdem Rolf beruflich verhindert ist und uns von daheim aus als Wetterfrosch unterstützt und uns jeden Morgen

per SMS den aktuellen Wetterbericht durchgibt. Leider ist auch Joey nicht dabei; er ist dafür der Wetterfrosch türkischerseits, d.h. er meldet uns „Dirkisch-Wetter".

Joeys Rolle als 1O übernimmt dafür Pit, damit er sich besser vor dem Musizieren drücken kann, wenn Michelsche mal wieder kurz vor Mitternacht schreit: „Beatles-Medley! Alle hopp!"-

Um 07.15h holten mich Uli und Pit in Betzigau ab. Kurz darauf war schon Michelsche am Telefon, er hätte gerade seine Töchter zur Schule gebracht und würde nun endlich Packen anfangen, denn am Nachmittag geht ja sein Flieger von Frankfurt nach Athen. Sternfahrt: Allgäu + Betzebersch + Garmisch à Athen. Poophy reiste per Zug an und wir trafen

uns nach dem Einchecken zum Weißwurstessen am Flugplatz München. Um 11.15h flogen wir in bester Stimmung ab.-

In Athen angekommen diskutierten wir wild, dass wir 2 Taxis brauchen, 2 dableiben, um auf Michelsche zu warten, etc, um uns 3 Minuten später komplett, d.h. zu Viert mit vollem Gepäck, in nur ein Taxi zu klemmen. Wir fuhren eine halbe Stunde nach Süden zum Hafen Lavrion, in dem uns Hans schon bei Olympic-Yachting (Port Ferries) erwartete, denn er war schon eine Woche unterwegs mit seinen Außendienstlern. Sofort beeindruckte uns Frank aus Hamburg, der zu reden begann, sein Tempo steigerte und nicht mehr aufhört – vermutlich Endlosschleife J .

Aber wir verbrachten einen wunderbaren SCC-Stammtisch-Abend in Lavrion.

Pit und Poophy gingen einkaufen und Uli und ich genehmigten uns mit dem festen Vorsatz, den Beiden tragen zu helfen, erst mal in einer „übersichtlichen" Bar einen Espresso. Und schon kamen die zwei mit einem Einkaufswagen, voll mit Lebensmitteln, dahergeschoben. Eigentlich wollten sie weiter Richtung Schiff, doch nach langem Überlegen (3 Sek.) machten sie einen Einkehrschwung. Um 20.00h gingen wir mit Crew-Alt und Crew-Neu in eine Taverne zum Abendessen und speisten fürstlich. Wieder zurück am Schiff, montierte Hans seine Decksleuchte, denn Michelsche, der scharfe Koch, schreie schon wieder: „Musik!" Nachdem diesmal auch Bongos für Michel, Uli und den zum Ehren-Bord-Rhythmiker beförderten Poophy dabei sind. Glockengleiche Bordgesänge erklangen und die Stimmung war super. Der Alkohol-Pegel stieg – Uli behauptet, dass ihm einer einen Rausch eingeschenkt hätte, balanzierte aber wie eine Ballerina über das Brett, die schmale Verbindung von Kaimauer und Schiff.-

Um 02.30h in der Früh ging ich todmüde in die Bugskoje, die ich mir wieder mit Pit teilte, doch diesmal ohne Erwartung, durch kanadische Holzfälleraktionen die Nacht durchwachen zu können, denn ich habe die perfekten E5-Ohrenstöpsel dabei J

Das Abenteuer, zu Elft auf dem Schiff zu übernachten, funktionierte prima.

Samstag, 20.09.2008 (31 sm unter Segel, 46 sm, Methanon, Saronischer Golf)

Das Wetter war nicht besonders toll, aber kurz nach dem Bezug des neuen Schiffes, der Agamemmnon, wollten wir kurz nach 12.00h ablegen, doch Rolf rief an, rief „Halt, gib mir mal den Hans" und stürzte uns in Grundsatzentscheidungen, wetterbedingt: Kykladen oder den Peloppones entlang – letzteres.

In voller Regenmontur verbrachten wir unseren ersten Segeltag, aber immerhin, wir segelten – und das bei recht gutem Wind (Windstärke 5-6).

Endlich mal wieder am Ruder stehen, Wind und Wellen genießen! Wir segelten Kurs West an der Insel Makronissi vorbei Richtung Halbinsel Methanon, kamen dort kurz vor Dunkelheit an und konnten als einziges Schiff in einem großen Hafenbecken festmachen, Methana. In einer netten Kneipe aßen wir hervorragend und sehr günstig zu Abend. Löwenmilch war natürlich die Krönung.

Wieder todmüde wollten wir uns in die Koje verkriechen, doch Michelsche schrei wieder: „Musik! Beatles!". Ich rettete Pits Schlaf, indem ich mich an die Front begab, d.h. mit Instrumenten an Deck, und trotz Halsweh, heiserer Stimme kulminierte unser „Internationaler Abend".

Sonntag, 21.09.2008 (14 sm unter Segel, 42 sm, Spetsai)

Inzwischen ist es dunkel; wir sind raus aus den tropfnassen Klamotten und der zwiebelschneidene Poophy bemerkt: „Ich hab nur einen Antrag, dorthin segeln, wo es schön ist!" Wie recht hat er, sagen meine Zehen, die ich in den warmen Socken wieder spüre.-

Nach einem tollen Frühstück mit frischem Brot, dolci (Hans war der Einkäufer), Speck mit Spiegelei, und nach einem „Selbstbräuner-Schwumm" von Poophy, legten wir ab.

Wir segelten an Poros vorbei Richtung Süden. Tolles Wetter, schönes Segeln!

Ich begann, aus der Ilias von Alfred Weitnauer vorzulesen. Die verschiedenen Gesänge übernahmen die Matrosen. Tolle Story von Odysseus, Menelaos, Agamemmonon, Helena und Paris, und das in Allgäuerisch. Erinnerungen kamen hoch an unseren 1. Kykladentörn 1993 (Uli demonstrierte uns, dass die alten T-Shirts noch passen!). Um 14.30h waren wir im Ermionis Thalassa, schon auf Höhe von Ydra (Insel Idra), so dass wir weiterfuhren – wir wollten ja mal wieder Regen erleben. Kurs 250 Grad. Bei Regen suchten wir im Hafen von Spetsai einen Liegeplatz. Nach einer „Hafenrundfahrt" deutete uns ein Fährkapitän einen Platz vor einer Kneipe (das war ja lauft Hans der Wunsch der Crew) und half uns beim Belegen der Achterleinen. Mit dem Beiboot hangelte ich mich an Land und beobachtete, wie Uli die Ankerkette und die Leinen von unserem Anker hievte, denn die hatten wir mit unserem Anker „gehoben". Also noch einmal. Pit fuhr ein vorbildliches Anlegemanöver, und zog es etwas in die Länge, denn nichts ist schöner, als ein Anlegemanöver, wenn man tropfnaß ist und es in den Schuhen „sozgert".-

Doch nun sind alle an Bord, trocken und friedlich. Uli kredenzt einen Aperitiv (für mich Löwenmilch), Poophy und Michelsche brutzeln Gulasch und wir freuen uns alle auf unseren „Hüttenabend".

Montag, 22.09.2008 (Navplion, 0 sm unter Segel, 25 sm)

Wir haben inzwischen Dienstag und Skipper Hans putzte aus Langeweile das Klo und spülte mit seinen dreckigen Füßen unsere Geschirrtücher im Eimer, den er mit der Fockschot sicherte, als er im Klo verschwand.-

Es ist 11.30h und wir schippern (motoren, nicht segeln) am östlichen „Finger" des Peloponnes entlang nach Süden – Kurs 160 Grad.

Nun der Nachtrag: Nach dem internationalen Abend des Vortags (Zucchero, Cuba Libre, Marina, Biogas, Froschfotzenleder) frühstückten wir erstmal so lange, bis der Regen aufhörte (Rolfs Wetter ist einfach beschissen), dann befahl Tageesskipper Uli in aller Ruhe „Alarm, Alarm, aber gemütlich, Ablegen!".

Das Wetter entwickelte sich positiv. Der Wind schlief ein; wir mussten nicht mehr Segeln – nur einige Skipper, die keine Ahnung hatten, hatten noch ihre Segel oben und segelten unter Vollzeug – diese Looser!

Wir fuhren im Saronischen Golf nach Navplion. Schon von der Weite sieht man die Burganlage des Venezianischen Forts Palamidhi in 250 m Höhe.





















 









 



 

Kaum hatten wir im Hafen festgemacht, stiegen wir die 1000 Stufen zur Burg hoch, da Michelscher nicht umsonst seine Bergschuhe mitgenommen hat. Vorbei an Häusern mit Bougeinvillea und Clematis stiegen wir die Stufen hoch und Pit erklärte uns, dass der Ort einst zum Herzstück von Mykene (9 Meilen landeinwärts, 1650-1100 v. Chr.) gehörte. Navplion könnte ein mykenischer Hafen gewesen sein. Hier wurde Palamedes geboren, der den Leuchtturm sowie die Kunst der Navigation erfand. Von der Festung Palamidi aus hat man einen tollen Blick auf den Argolischen Golf und die umliegenden Berge.-

Nach dem Burgausflug machten wir ein Nickerchen, während Koch Poophy eine Shopping-Tour einlegte.- Den Abend verbrachten wir in einer netten Taverne bei griechischem Essen (mit viel Knoblauch). An Bord zurück, schaffte Michelscher sofort die Instrumente hoch, während Hans noch die Gegend erkundete. Wir spielten ein paar flotte Lieder bis der englische Skipper neben uns nach Ruhe schrie und wir uns dann 2 Stunden überlegten, was wir ihm antun könnten: Michelscher hatte schon das Brotmesser zwischen den Zähnen, um seine Achterleinen zu kappen, nachdem wir seine Schrubber an der Kaimauer festgebändselt haben, um ihn dann raustreiben zu lassen, damit er im Hafenbecken um seien Ankerkette schwojt. Natürlich bändseln wir sein Ruder auf Hart-Backbord, lassen seinen Motor auf Volltouren laufen, damit ihm durch die Zentrifugalkraft schlecht wird. Wir hören sein Schreien nicht, da wir seine Kajüte/ den Niedergang per Akku-Schrauber zugespackst haben.

Dienstag, 23.09.2008 (Monemvasia, 57 sm)

Nachtrag: Wir telefonierten gestern Nacht noch von der Bar aus mit Rolf. Auf seine Frage, war wir trinken, erklärt ihm Michel: „Ich trinke Hustensaft, Günter Kaffee, Pit (älterer Herr) Tee." Dann fragte er ihn, wie der Betze gespielt hat, er solle mal im Internet nachsehen, www. …..de. Er erfuhr, dass wir kurz vor Zypern sind, nun Korfu ansteuern, Kurs wie immer „Do `num!" und dann das Schiff über die Berge tragen.-

Um 18.00h kamen wir in Monemvasia an und machten an der Mole fest. Dazu sprang Michelsche von Bord, visierte mit seiner Zehe die Kaimauerkante an, zog durch – und humpelte ab diesem Zeitpunkt: Blaue Zehe, Druck unter dem Nagel, Aua, Aua!-

Uli, Poophy und ich sprangen los, um noch den Sonnenuntergang vom Berg über der Insel der Altstadt erleben zu können. Poophy spürt jetzt noch den Muskelkater.

Aber es hat sich rentiert. Toller Blick auf das Meer und den Kolpos Monemvasias.

Michelsche bezeichnet mich Berichter momentan als Hohlblock-Entgrater, weil ich seinen Sprung verfälscht wiedergegeben habe: Mädsche+Luftbump+Laabsammler = Hohlblock.

Uli besteht darauf, dass ich die Schäden an der Kaimauer würdige, die entstanden, als Pirat Michelsche seinen Holzzeh daraufschlug.-

Nach dieser Steckschritt-Bergtour suchten wir drei eine Bar, um den Gipfelsieg zu feiern, bis wir untern am Hafen waren und ich auf dem Dach einer Kneipe. Doch bald saßen wir bei Espresso und Löwenmilch vor einer Bar und genossen den Blick aufs Meer und die Klassemusik von Mark Knopfler.-

Um 20.30h legten wir zur Nachtfahrt nach Milos ab. Hans weigerte sich, zu grillen, die Musiker, zu musizieren, die Trommler, zu trommeln; alle wollten nur noch den Sternenhimmel geniessen, während Uli 12 kg Salat schnippelte. Poophy brutzelte geniales Schwein und Lamm, aber alle haben überlebt und ihre Darmwände wurden nicht zersetzt. Aber der Druck an Bord stieg beträchtlich und wir denken über ein Patent zum Methan-Turboverdichter mit integrierter Gasturbine nach. Dann werden wir unsere Bavaria 50 C(ruiser) zum Surfen bringen!-

Langsam blieb das in antiker Zeit gefürchtete Kap Malea (Ost-Finger des Peloponnes) hinter uns zurück.-

Nach dem Abendessen bereiteten wir die Not-Operation von Michelschem Zeh vor: Nadel, Kombizange, Feuerzeug, Alkohol zum Desinfizieren, Tücher zum Blutaufwischen. Es ist Zeit, dass Michelsche Druck ablässt! An Deck kühlte die heiße Nähnadel zu schnell aus; also verschwanden wir unter Deck, gaben Michel einen Tampen, uso-getränkt, zwischen die Zähne und ich stach mit der, am Gaskocher heißgeglühten Takelnadel zu. Michel wurde es ganz anders, aber nach 20 Minuten waren wir durch und wischten Blutbäche weg, die ich mit etwas Druck auf den Zehennagel solange „an Deck" förderte, bis der Blutstrom nachließ. Grazie a Dio für den etwas ermatteten Michel. OP erfolgreich, Patient tot.

 

Die Nachtschicht war prima. Tanker und Kreuzfahrtschiff von rechts – beinahe hätte Hans einen SCC-Aufkleber angebracht.- Um 02.00h ging ich in die Koje, Ohrenstöpsel rein (Pit ist mein Kojengenosse) und 3 ½ Stunden Schlaf bis zum Sonnenaufgang über der Insel Milos – tolle Sache, in der Morgenstimmung in den Krater einzufahren.-

Milos ist die SW-lichste Kykladeninsel und wie Thira vulkanischen Ursprungs. Eine Eruption schuf vor Urzeiten die große Bucht der Insel. Im Tagebau werden Alaun, Schwefel, Barium und Kaolin abgebaut. Michel und ich fuhren am frühen Mittwochabend mit Mopedsche durch diese Kiesgruben.

 

Mittwoch, 24.09.2008 (72 sm, Milos, Mopedsche)

Während der hellenischen Epoche wurde die berühmte „Venus von Milos" (Aphrodite) geschaffen, eine sehr schöne Statue, die sich jetzt im Louvre befindet.-

Uli und ich erkundigten sich in einem Rent a Car-Büro nach Mopedsche und zeigte mir ein T-Shirt mit Aufschrift „Pfüat di". Wir kamen mit den drei Allgäuern ins Gespräch und einer sagte mir, dass er einer meiner Maschinenbau-Studenten war (seit diesem April im Job).

Pit und Hans wollten ein Nickerchen machen und anschließend zur Plaka hochlaufen. Wir vier anderen mieteten uns ein Mopedsche, drei Roller und Poophy einen vierrädrigen (lahmen) Quad.

Wir brausten Richtung Norden und die Performance der Straßen bzw. Wege wurde immer schlechter, damit das Abenteuer im größer. Wunderschöne Ausblicke auf Meer und umliegende Inseln: Kimolos, Andimilos, N. Akradhia. Besonders beeindruckend ist das Lavagestein, das in braunen, beigen, rostbraunen, roten Tönen leuchtet, wenn die Sonne scheint. Die wildzerklüftete Küste würde zum Tauchen einladen, aber bei meinem Halsweh und Husten nicht der Hit. Wir suchten nun die Insel nach einer Kneipe ab, fanden sie und Poophy bestellte uns ein paar Häppchen, um den „Heineken-Muskel" zu erfreuen. Auch der Weißwein (zwei Flaschen), „S..", war hervorragend.-

Anschließend holten wir unser Badezeug und fuhren die Nordküste der Insel entlang bis zu einem schönen Sandstrand. Dort legten wir die Wale aus und bald ertönten kanadische Sägegeräusche über der Insel – die Harfe der Aphrodite ist ein Dreck dagegen. Das Baden war sicherlich auch förderlich für unser „Pumagehege" unter Deck. Poophy und Uli holten die Wandersleute Pit und Hans, völlig erschöpft vom dreistündigen Marsch zum „Gipfel", ab und Michel und ich fuhren mit unseren „Geländemaschinen" die Küste weiter bis zum Hafen visavis von Kimolos. Dort bogen wir ab und fuhren den Berg hoch zu den Tagebaugruben. Wieder wurden die Wege immer schlechter und man musste ganz schön aufpassen, dass man nicht auf dem Pulver wegrutschte.

Auch die Straßenführung war nicht mehr ganz klar. Wir waren obern auf dem Berg und auf Firmengelände. Michel an einer Weggabelung: „Meinsch, däs is a Sträßsche?". Es war eines, und weiter ging`s.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir den Rest der Matrosen, die in einer Hafenkneipe angelegt hatten.- Abendessen in einem hervorragenden Fischlokal. Schon lange haben wir beim Bestellen keine eigene Meinung mehr – das übernimmt Menü-Skipper Poophy und stellt unsere Wünsche, den Sex des Alters betreffend, immer zufrieden. Auch Heineken-Muskel freut sich zusehends mehr, denn die Menge, nicht nur die Qualität, steigt ständig. Übrigens auch der Knoblauchkonsum – doch wofür sonst haben wir eine Quarantäne-Flagge?

Müde wie immer waren wir wieder kaum fähig, Michels Musikwünsche zufrieden zu stellen: Pit: „Mir tun die Finger weh! Aua, aua, …!".

Donnerstag, 25.09.2008 (60 sm, Kythnos)

Uli wollte unter dem Leuchtturm von Nisides Akradia tauchen und machte in der Früh das Schlauchboot klar. Mit dem Motor mühte er sich eine Weile ab. Die Führungsschinder Hand und 1O Pit ließen ihn sich eine Viertelstunde beim Starten des Motors aufarbeiten, um ihm dann den Benzinhahn-Tipp zu geben.

Doch Uli wurde von den herrlichen Farben des Lavagesteins unter Wasser belohnt. Er stellte nach Umrunden des Inselchens fest, dass die Yacht weg war – Fangelesspielen auf Ägäisch. Das anschließende Frühstück bei Fahrt Richtung Norden schmeckte hervorragend – kein Wunder bei dieser Inselkulisse.- Nach einem herrlichen Segeltag (mit viel Musikmachen) legten wir am Abend im netten kleinen Hafen von Loutra auf Kaythnos an. Die Österreicher brachten uns auf die Idee, uns in das 45 Grad heiße Schwefelwasser zu setzen – kykladisches Eierkochen. Ein netter älterer Grieche sagte uns, dass das Bad inzwischen geschlossen sei, aber für uns war der Ablauf auch ganz recht. Man glaubt nicht, wie viele Matrosen in einem winzigen Plantschbecken (mit kleinen Fischchen) Platz finden. Das gibt Babypopo-Haut, rosige Gitarristen-Fingerchen und der Schwefel brennt Dir den Seemannsdreck weg. Nun pappen wir nicht mehr so, wie das ganze Schiff.-

Beim Abendessen, das uns Geburtstagskind Poophy er gehört jetzt zum Club der „Alten und Weisen (Waisen)" > 50 Jahre) organisierte, feierten wir seinen Geburtstag bei hervorragender griechischer Küche (in der er natürlich vorher schon war). Blick auf den kleinen Hafen. Drei Tische sind besetzt: unserer, der der Marburger Crew (Nachbarn rechts) und des Genfers mit Familie (Nachbarn links).

An Bord: Musik. Wir singen mit dem skandinavischen Skipper (Luftguitarre spielend) Proud Mary. Doch bald meldet sich der Genfer, der kleine Kinder an Bord hat, und Hans` Bildschirmschoner, und aus ist`s mit Musik. Also auf zur Hafenkneipe.

Freitag, 26.09.2008 (38 sm, Lavrion)

Erstmal ausschlafen, dann frühstücken und dann nochmals in das Schwefelloch.

Ablegen; herrlicher Segeltag mit einigen Stunden Rudergänger-Job, während sich die Matrosen unter Deck verkrümeln. Teilweise liege ich auf dem Sitz, Kopf zwischen den Fendern auf der Reeling, mit einer Hand „nach Bändsel steuernd.- Hans liefert sich ein Regattarennen mit der Marburger Crew, deren „Mädsche" aber „luftbumb-mäßig" weit vor Lavrion die Segel bergen, während wir kreuzen.-

In Lavrion angekommen, geht die „Schafferei" weiter: Abendessen an Bord. Ich glaube, ich habe zwei Stunden Kartoffeln geschält, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch geschnibbselt. Poophy und Pit machten hervorragendes Rösti – und der Heineken-Muskel war bald zufrieden. Die Matrosen waren kurz vor Mitternacht so k.o., dass selbst Michel nicht mehr „Beatles-Medley" schrie.- Und ich habe noch heute, am Samstag, Knoblauch-Stinkefinger.-

Nachtrag: Heute zeigte uns Hans, sie man „das Wetter macht": Man wirft Knochen auf die Seekarte und interpretiert das „Gelege". Gottseidank konnten wir uns wettermäßig auf Rolf und Joey verlassen!

Der Rest der Crew sitzt nun im Flieger und denkt an einen tollen Kykladen-Törn zurück! Kalispera!

Samstag, 27.09.2008 (Heimflug, Athen)

Letztes Frühstück an Bord, Packen. Um 10.00h kamen die beiden Taxis, die uns Marco von Olympic-Yachting organisiert hatte (35 € jew.). Um 11.00h hatten wir eingecheckt, so dass wir nun mit der Metro in die Innenstadt von Athen fahren konnten. Wir stiegen bei der Akropolis aus, umrundeten sie und ließen uns durch die Schwerkraft hinunter in die Plaka, der Altstadt Athens ziehen. Ich fand tatsächlich das Lokal, in dem wir schon an Pfingsten saßen (Lesbos Taiji-Woche) und wir ließen uns die Mousaka schmecken. Danach bummelten wir zur Metro-Haltestelle Monastiri hinunter und fuhren zum Flugplatz zurück (Abflug 16.35h nach Munich). Wir verabschiedeten Michel, der, wenn man sein Outfit betrachtet, nun auf dem Weg zum Hochvogel ist: Bergschuhe, kurze Jeans, Käppi, Rucksack. Schön war`s wieder mit unserem scharfen Koch.-

Waisenkinder-Törnsong (Kykladen 2008) (Ein Mädchen aus Piräus,..)

Wir Waisenkinder von Piräus, wir segeln, do num, dös isch der neue Kurs.
Wir ankern vor der Hafen-Disco, der Regen, der spült uns Matrosen schier von Bord.

Refr.:

Ein Schiff wird kommen, uns einen Käpt`n bringen,
lässt uns an Deck nur springen, der alte Schleiferton!
Eintausend Stufen, müssen wir erklimmen,
hoch zu den Burgen-Zinnen, die Schinderei war groß.

Wir Waisenkinder der Ägäis, grad schee is, beim Segeln, do drunt`am Polonais.
Dort macht der Michel einen Landsprung, des lauft dumm, ganz blau isch dann sei`Zeh!

Wir laufen aus nach Milos, zur Nachtfahrt, die Sterne, die weisen uns den Weg.
Mit einer Not-OP auf See, wir retten, mit heißer_Nadel seinen Zeh!

Mit Mopedsche auf dieser Insel, geniessen wir Uso, Salat und Retsina.
An einem Sandstrand legen aus, wir die Wale, die wollen z`rück zur See.

Vor`m Schwefelloch der Insel Kythnos, da staut unser Poophy, das Schwefelwasser auf.
Bei fünfzig Grad im heißen Wasser, da kocht er, da geh`n ihm die beiden Eier drauf.

In Lavrion kochen Matrosen, Kartoffeln, den Knoblauch und recht viel Salat.
Im Bugkorb sitzt Grillmeister Hänschen, wir futtern, als_hom_wir einen Schlag.

 

Diskussionen während der Vorbereitung:
Die
beste Crew unter Poseidons Flagge plant einen neuen Törn. Ob dieser Törn jedoch unter Poseidon Flagge stattfindet, ist noch nicht klar. Denn Schmidt Chaos Tours Aktivist Rolf S. fällt als Skipper sehr wahrscheinlich aus. Dafür die Hans L., der weltbeste 1.O. der Schmidt Chaos Crew das Ruder in seine bewährten Hände nehmen - und auch die alte Tradition der Matrosenschinderei nahtlos fortsetzen. Ob er in einem Anfall von Nostalgie die Schmidt Chaos Tours Flagge hissen wird, anstatt diese durch eine Lauterbach Crew Flagge zu ersetzen, ist unklar. Natürlich ist es davon abhängig, ob an dieser Stelle weiter von diesem Törn berichtet wird. 

Hans, der designierte Skipper des Törns hat Protest erhoben und besteht auf folgendem Beitrag:

Die beste Crew der Welt unter Poseidons Flagge hat die Planung für Ihren neuen Törn abgeschlossen. Schmidt Chaos Tours Captain Rolf Schmidt wird vom 20. - 27.09 2008 Poseidons Flagge wieder einmal auf einer stolzen Bavaria 50 hissen. Er wird somit die Tradition, die er vor über 10 Jahren begründet hat, weiter hochhalten. Sein Spruch damals wie heute lautet: "Was schert mich mein Geschwätz von vor 5 Minuten - eine Woche Segelurlaub ist immer drinn" - "Unsere Frauen sind so perfekt, das können wir nur 50 Wochen im Jahr ertragen".

... und alle Crewmitglieder stimmen Ihm dabei einhellig zu!
... und freuen sich wie immer unter dem besten Skipper der Welt und seiner Flagge fahren zu dürfen!

Noch eine kleine Anmerkung:
Es wird nie eine Lauterbach Crewflagge geben. Wir sind das Team der Schmidt Chaos Crew!!!!!

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: sc@schmidt-chaos-tours.de 
Stand: 28. Juni 2015                                                     Copyright © 2001 Schmidt Chaos Tours