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Die beste Crew unter Poseidons Flagge stach wieder in See.
Segelrevier: die Liparischen Inseln (auch Äolische Inseln genannt). (Stromboli usw., Ihr wisst schon)


Den Törnbericht findet Ihr weiter unten auf dieser Seite!

16.09. bis 23.09 2006 - "Lotus" Cyklades 50.5 Reggio Cal., Lipari, Vulcano, Stromboli, Salina, Vulcano, Reggio
Die Liparischen Inseln oder Äolischen Inseln (Isole Eolie) sind eine Inselgruppe im Mittelmeer nördlich von Sizilien. Die Inseln gehören zur Provinz Messina und der Region Sizilien (Italien). Sechs von Ihnen bilden zusammen die politische Gemeinde Lipari, die siebente Insel (Salina) umfasst die drei Gemeinden Santa Marina, Malfa und Rinella.

Typ: Cyclades 50.5 Sloop
LOA 15.62 m
Displacement 13.67 tons
Beam 4.89 m
Draft 2.00 m
Main Sail 60.5 m². battened
Genoa 49.5 m², furling
Cabin / Berths  5 / 10
Toilets / Showers 3
Engine 75 kW / 100 HP
Diesel 440 l - Water 930 l
Kosten: 2500,- Euro

--> Bilder zum Törn in der Bildergalerie!

Törnbericht zum

Velare-tra-i-Vulcani-Törn 2006:  Liparische (Äolische) Inseln

(14.-24.09.2006  -  168 sm, zusätzlich einige in Höhenmetern)
(von Bordberichterstatter und Fisarmonica-Spieler Günter).

Die Crew: Poophy, Uli, Pit, Hans, Michelsche, Günter, Skippi Rolf.

Freitag, 15.09.2006               Allgäu - Monterotondo (nördlich Rom) – Maratea (Küste)

Nachdem nun Michelsche gut an Bord unseres Sprinters angekommen ist, wir im Stau auf der Tangentiale um Rom stecken, wird das Bordtagebuch eröffnet. Ab jetzt wird alles festgehalten.

Uli: „Auch ich habe meine Vorzüge; man muß nur lange danach suchen!“.

Außerdem soll ich auf die Uli-Poophy-Depression hinweisen; Matrosen, die hier nicht Autofahren, sondern nur trinken dürfen. Sie fühlen sich als Matrosen 2. Klasse.-

Michel: „Rolf, hama hier noch Platz für des Fiatsche im Auto?“

Rolf heizt uns schon wieder auf. Michelsche: „Hör uff!“

Hans fragt gerade, ob`s die Fußballmannschaft, die Lauterer, noch gibt oder ob sie sich schon aufgelöst haben. Michelsche: „Unrat vorbeischwimmen lassen!“. Rolf: „Schnauze, sonst Beule!“.

Gestern sind wir um 7.00h in Pfronten weggefahren. Wir genossen den ersten Caffe auf der Brennerautobahn, den pranzo zwischen Acker und Petroleumfirma, weniger den Regen auf der Autobahn südlich von Arezzo. Übernachtet haben wir in Monterotondo, 45 km nördlich von Rom. Wir sind gut gefahren, denn der Navi-Franz (Beckenbauer) hat uns mächtig gelobt.

Beim Abendessen genossen wir Pizza und Pasta und Vino Rosso – un buon consiglio di Claudio.

Bei Lagonegro fuhren wir ab von der Autostrada A3, die Bergstraße nach Saprì hinunter. Wir kehrten in der Hafenkneipe von Porto di Maratea ein, caffe freddo und gelato con gusto caffe.

Weiter ging`s die herrliche Küstenstraße entlang – tolle Tiefblicke auf Felsen und Meer.

Wir bezogen die schönen Zimmer mit Blick auf Garten und blühende Palmen im La Tana, Castrocucco di Maratea (PZ). Zunächst liefen wir 1 km Richtung Strand zum „Ninhubse“, wie Michelsche sagt. Wir stürzten uns in die Wellen (6 Matrosen, d.h. niedere Dienstgrade) und Rolf beschäftigte sich mit „Whalewatching“. Tolle Bucht, Felsen, hohes Schilf, blühende Büsche.

Nach dem Duschen marschierten wir in das am Weg gelegene Ristorante und genossen Pasta, Pesce, Vino Rosso, Zigarren und zu viel Grappa. Wir hatten den Tisch neben der Gruppe Junggesellinnenabschied mit Braut mit Lockenwicklern (Schlüsselreizkiller wie Chinesinnen mit gelben Seidensöckchen).

Danach saßen wir kichernd vor unseren Zimmern im Garten mit humorlosem Schweizer im background. Schön war`s – und mit stolz tragen wir unserer neuen, von Rolf überreichten langärmligen SCC-Hemden in herrlichem SCC-Rot.

 

Samstag, 16.09.2006             (Maratea - Reggio di Calabria)

Nach einem prima Frühstück sitzen wir wieder im Sprinter und fahren die schöne Küstenstraße entlang Richtung Reggio. Es regnet nicht mehr und wir genießen die schöne Landschaft.

Am Nachmittag um 16.00 h übernahmen wir die Lotus von Salvatore und Donatella. Vorher kauften wir im Ipermercato im Centro von Reggio di Calabria ein – insgesamt haben wir und  Fressalien (fest + flüssig) für 500 € an Bord.

 

Sonntag, 17.09.2006              (Reggio di Calabria – Lipari)

Um 07.00 h wollten wir Richtung Lipari ablegen; nach knapp einer Stunde später waren wir dann so weit.

Es ging über die Straße von Messina und wir freuten uns auf einen schönen Segeltag im äolischen Dreieck, das wir kurzerhand umdefinierten als Vulkandreieck Ätna, Stromboli und Vesuv. Nachdem Ätna und Stromboli immer kleiner wurden und der Vesuv (in Gedanken) immer größer, verlor Tagesskipper Hänssche die Nerven und schrie „Segel runter, Motor an, Kursänderung, nur ein Segelschiff ohne Segel ist ein gutes Segelschiff“. Los ging das „Über-die-Welle-hubbse“ (Michelsche).

Am Abend um etwa 16.30 h kamen wir auf Isola di Lipari im Porto del Pignataro an und legten an einem Schwimmsteg der Marina an.

Michelsche und ich genossen nach langer Zeit wieder mal unseren Steuermannjob.

Am Abend bildeten wir zwei Stoßtrupps zur Erkundung von Lipari, Uli, Poophy und ich als Vortruppe und der Rest als „Hallo-Hallo-Walkie-Talkie“-Gruppe. Eine Stunde umzingelten wir uns gegenseitig, um zu vermeiden, daß wir doch noch im Lokal von „Oma“ einen Tisch bekamen. Aber in der Kneipe, in der wir dann landeten, war es auch recht nett.

Den Absacker genossen wir in einer kleinen Bar. Rolf spielte Guitarre, erfand neue Texte und Michelsche und ich löffelten um die Wette. Man lernt nie aus. Mit Plastiklöffelsche gibt es weniger Blasen.

Und wieder genoß ich eine Nacht mit Durchschlafen und lasse die Ohrstöpsel und den schnarchenden Pit hochleben.

Schön, daß wir untertags von der Amboßwolke keine „auf die Fresse bekamen“ (Pit).

 

Montag, 18.09.2006                          (Lipari – Vulcano)

Gestern Abend stellten wir noch fest, daß die Navi-Instrumente auf den LL-Modus eingestellt sind: LL steht für Landratten-Logbuch, in dem die Strecke in km und nicht in nautischen Seemeilen angegeben wird.

Pit und ich liefen nochmals in den Ort, um Semmeln, Eier und Prosciutto Crudo zu besorgen. Michelsche brutzelte ein Super-Omlette. Ich bezahlte die Liegegebühr für die Kalypso, die eigentlich Lotus heißt; danach suchten wir eine Stunde nach dem Bugstrahlruderfehler (Taucher Uli fischt Strick aus dem Ruder und imprägniert sich mit grünem Antifowlingmittel.

(Ich sitze an Bord, schaue Rolf beim Zwiebelschnippeln, Pit beim Dösen und dem Sonnenuntergang zu und überlege, was wir noch alles erlebt haben).

Kurz war das Segeln, aber herrlich. Wir passierten die Bocche von Vulcano und steuerten auf die Jungfrau zu, die uns auf einem Felsen sitzend anlockte. Wie Odysseus Mannen waren Uli, Hans und Poophy nicht zu halten und sprangen ins Wasser, angeblich zum Schnorcheln. Wer weiß, ob die Jungfrau ihren Namen noch zu recht trägt.

Um 13.30 h liefen wir den Porto di Levante an, direkt unterhalb des Vulkankegels von Vulcano. Toller Platz zwischen dem Vulkan und dem kleinen Monte Vulcanello.

Poophy und ich ließen es sich nicht nehmen, auf den 391 m hohen Gran Cratere hochzusteigen: 1 Std. hoch, ½ Std. oben, ½ Std. runter. Der Weg führte durch Ginsterbüsche hindurch, später über Aschefelder bis zum Kraterrand. An einer Stelle wechselte die Farbe des Felsens schlagartig von grau-schwarz zu einem Rotbraun, das in der Abenddämmerung fast wie der „Ayers Rock“ leuchtet. Der kreisrunde Höllenschlund hat einen Durchmesser von 500 Meter; man kann herumlaufen. Unten sahen wir einen kleinen Krater, der 1888 entstand.

Wir wählten den Weg im Osten, an dem die heißen Gase der fumaroli an die Oberfläche treten. Mit Taschentuch vor dem Mund gegen die Schwefeldämpfe sprangen wir teilweise schnell durch die Schwaden; teilweise sahen wir uns nicht mehr. Wir hatten einen tollen Blick auf die Inseln Alicudi, Filicudi, Lipari, Salina, Panarea und Stromboli.

Oben pfiff der Wind recht kräftig und riß uns schier um. Leider ist meine Kamera nun defekt, so daß ich von den tollen Tiefblicken und Schwefelkristallen keine Bilder machen konnte.

Wieder unten angelangt genossen wir noch wie die anderen die Schlammbäder, damit wir wie die anderen nach Schwefel stinken und später die warmen Bäder der Geoterme. Nun stinken wieder alle gleich. Temperaturen, die 6-Minuten-Eier nicht möglich machen: har wie Kruppstahl, d.h. durch wie ein Steak!

Heute Abend feiern wir mit Musik unser Oktoberfest. Michelsche lädt schon den Baßverstärker.

Das Oktoberfest war Klasse. Die Musiker waren in Höchstform. Nach kurzer Zeit saß die Italienisch-Münchner-Crew auf unserem Schiff:

Paulinchen (Paolo) schnappte sich den Baß, Pasquale brachte seine Guitarre mit, Gesang: Valentina alias Giorgia und Katharina, Marino. Der Bär war los und es wurde verdammt spät. Uli, Pit und ich erinnern sich an 03.00 h früh; an was Michelsche sich erinnert, wissen wir nicht.

(Pit, Poophy, Michelsche und ich sitzen jetzt, nachmittags Mittwoch, im Cockpit, sehen zurück zum Stromboli mit seinem Rauchhäubchen, genießen die Steilküste von Panarea und sind auf Kurs Salina).

 

Dienstag, 19.09.2006                                    (Vulcano – Stromboli)

Unter Segel ließ uns Hans von Vulcano ablegen, um Kurs auf Stromboli zu nehmen. Schwabbelsee, laut Poophy Kotzsee, aber schön, sich langsam Stromboli und seinem Vulkankegel zu nähern.

Drei Stunden vor Ankunft telefonierte ich mit Pippo zwecks Anlegeplatz und vereinbarte mit unserem Bergführer Antonino Aquillone, daß wir uns um 15.45 h an der Bar Ingrid visavis der Kirsche von San Vicenzo zum Marsch auf den 926 Meter hohen Vulkan treffen wollen.

Das Festmachen war kein Problem – genügend Bojen. Nach einem deftigen Süppchen fuhren wir mit dem Wassermopedsche und voller Bergausrüstung zum Anlegesteg.

Mit dem sympathischen Antonino erledigte ich die Formalitäten: alle Namen werden in Listen eingetragen, pro Mann an die Gemeinde 3 € bezahlt, 500 € für unsere Kleingruppe für den Bergführer. Dann marschierten wir los. Jeder bekam einen Helm und einen Mundschutz gegen die Schwefeldämpfe.

Zunächst ging es leicht bergan, durch Schilf hindurch. Wir genossen den Blick hinunter auf´s Meer, den Ort und unser Schiff. Aber bald wurde der Weg steil und Antonino legte einen Stechschritt vor. Auf 400 Meter Höhe war es Rolf schwindlig und er beschloß, umzukehren. Wir stapften weiter durch die schwarze Asche; Regen, etwas Hagel, die Wolken zogen sich zu und nur selten riß die Sicht kurz auf, z.B. einmal damit wir einen Eindruck vom ersten Krater bekamen.

Weiter ging es zum höchsten Punkt über den sieben aktiven Eruptionslöchern – le bocche. Wir sahen nichts; es war schweinisch kalt durch den Wind, nur die Eruptionen hörten wir, laut wie mehrer Phantom-Triebwerke. Wir sahen mit unseren Helmen und Masken wie Bergarbeiter aus.

Dann wollten wir die letzte Eruption mit Funkenregen abwarten und absteigen. Uli beschloß, daß es sich nicht um unsere letzte handelte, so daß wir es ihm zu verdanken haben, daß wir das tolle Feuerwerk, mit Rumoren und Zischen begleitet, sehen konnten – denn kurz rissen die Wolken auf. Ringsherum am Festland von Sizilien und Calabrien beobachteten wir Gewitter mit Blitzen, und wir stiegen durch die weiche Asche ab.

Es war ein tolles Abenteuer und Pit und ich konnten uns damit einen fast 30-jährigen Traum erfüllen: Vesuv, Stromboli – steht nur noch der Ätna aus.

Nachdem wir Rolf wiedergetroffen hatten, ließen wir uns Pizza, Pasta und vor allem die Getränke schmecken.

Das verwunderlichste auf der anstrengenden Tour war, daß uns Seeratte (≠ Bergziege) Hans mit „Andiamo“ einmal zum Gipfel trieb, und das freiwillig unter Vollbesitz aller seiner geistigen Kräfte, zumindest die, die nach dem exzessiven Baccardigenuß noch übriggeblieben sind.

An Bord schrie Michelsche wieder „Musik“, „wenn ich die Guitarre spiele könnt`, würd` ich de` ganze Tag spiele`!“, und haute in seine Löffelsche rein. Ich begnügte mich mit meinen Campari-Löffelsche und baute die Steel-Band-Dosen auf. Als „das Temperament durchbrach“ bei einem Schlagzeugsolo, haute es ein Löffelsche in der Mitte durch und spickte Michel ans Hirn (Grind). Er schüttelte sich nur kurz und weiter ging´s. Günter: „Che cazzo di Campari-Stäbsche!“

 

Mittwoch, 20.09.2006                       (Stromboli – Salina)

Nachdem Poophy und ich Polypo für das Abendessen gekauft hatten, umrundeten wir kurz den Felszacken Strombolicchio. Hier trafen wir nochmals Pippo („Sicherer Anlegeplatz? Wie lang ist Euer Schiff?“, der Touristen mit seinem Boot hier heraus fährt. Bei der Umrundung von Stromboli sahen wir die Pizzeria, von der aus der alte Weg zur Bocche des Vulkans führt. Die Schlechtwetterwolken hatten sich verzogen und der Cima hatte nur noch ein Rauchhäubchen. Gut zu sehen von der Weite waren die Sciare di Fuoco (Lavastrom-„Rutschen“). Stromboli, ciao!

Wir schipperten ohne Segel an Panarea vorbei, Richtung Salina, und konnten unseren Gedanken nachhängen.

Spätnachmittags liefen wir in Santa Marina auf Salina ein und „Pirat“ Salvatore wies uns den Liegeplatz an (nachdem ich die „bella zona“ gelobt hatte und ihm erzählte, daß ein Spezi von mir auch Salvatore heißt und ein Lokal in Kempten betreibt).

Wir gingen einkaufen und genossen zum Abschluß den Granita di Mandorla o Pesca im La Cambusa. Uli fiel in seine „Vorzeit“ zurück und wurde von der Bedienung mit Brioche gefüttert, d.h. sie stopfte ihm den Mund.

An Bord stürzten sich unsere Köche in die Kombüse (Pantry) und Poophy kämpfte mit dem Polypen. Er gab ihm den Rest, bzw. ihn uns, in perfekt zubereiteter Form Es schmeckte einfach super.

Danach musizierten wir; Pit und Rolf mahnten und zogen die Handbremse und Löffel-Michelsche und mir an der Quetsche stand der Schweiß auf der Stirn – so anstrengend ist es, wenn man Wih-Wih-Wih-Musik machen muß. Aber nach einer Stunde waren wir wieder komplett enthemmt und es machte wieder Spaß – und den Nachbar-Crews auch, inklusive den Karlsruhern mit Garchinger Bauerntheater Kati(nka) („Opa Rolf“), den Franzosen mit italienischem Skipper, die wir mit „Oh Champs Elysee“ und „Laura non c`é“ befriedeten.

 

Donnerstag, 21.09.2006                   (Salina - Vulcano)

Momentan (früher Nachmittag) liegen wir an einer Boje vor der Grotta di Cavallo, Vulcano, und sind in die Grotte getaucht. Schöner Dom, aber viele Quallen.

So, jetzt gibt`s Michel-Gulaschsuppe!

Einschub: Katinka vom Garchinger Bauerntheater konnte es nicht fassen, daß so alte Leute mit 50 (Rolf gemeint) auch Excel beherrschen.-

(Momentan treiben wir putzenderweise (Curling-Schrubber Uli!) auf die Straße von Messina zu).

Wieder in Porto di Levante von Vulcano angelangt, hubsten Pit und ich nochmals in die Geothermen, Uli und Hans suhlten sich wie die Wasserbüffel im Schlammloch und der Rest der Crew, faule Ratten, ließ die Seele an Bord baumeln.

Um 18.15 h brachen wir auf zum Gran Cratere, Poophy und ich mit Light-Ausrüstung, die anderen Matrosen mit voller Ausrüstung, so daß die Nachbar-Crew anerkennend bemerkte: „Ihr macht das wohl öfter; sieht nach Matterhorn aus!“ (Für manche von uns wohl Marterhorn J)

Bei Sonnenuntergang waren wir am Kraterrand und freuten uns über die tolle Aussicht auf die äolischen Inseln und darüber, daß wir alle sieben miteinander dieses tolle Erlebnis teilen können.

Mit dem Tuch vor dem Mund liefen und stolperten wir durch die Schwefeldämpfe der fumaroli. Che puzzo!

Die Zeichen vulkanischer Tätigkeit sind das Gelb des Schwefels, das Schwarz der Lava, das Hellgrau bis Rötliche des Tuffsteins, die spärlich bewachsene Erdschicht wie Dunkelgrün überzogen.

Nach „Überwindung“ der Gaslöcher ging es zum Gipfel und zum wohlverdienten Gipfelbier (Pit: „Hab ich von Bummsi gelernt!“; Mindelheimer Klettersteig). Die Aussicht auf die Lichter von Sizilien und der Inseln und die Gewitterblitze am Festland war beeindruckend.

Stirnlampen an und Abstieg!

Michel: „Mit denne Matrosen kannsche samstags net in die Stadt gehe! Gucke mo do, gucke mo do, gucke mo, was a schäner Stä (=Stein) – der dät direkt in mei` Regal paße!“

Michel und ich liefen voraus, Hans und Rolf hinterher, die medizinische Fach- und Kurgespräche über Frauen- und Alte-Männer-Krankheiten führten. Michel:  
„Was masch’en Du, wenn De Muschkelkater hasch? Ei, ich nemm` immer Voltaren, ich geb De mol heit` obend enni (=eine)! Und do kann ma au no gut schlofe drauf!“.

Uli sagt, daß Poophy meinte, wir hätten uns verstiegen: „Was hob i für a Crew? 2 Drialar (Pit + Uli) und 4 Blinde (Michel + Günter und Rolf + Hans)!

Nach der Tour brutzelten Poophy und Michelscher die göttlichsten Spaghetti alla puttanesca, die wir jemals gegessen haben. Und wieder verließ uns der vino rosso wie ein Sturzbach (+ Grappa).

Pit: „Die Pasta war deshalb so gut, weil wir in Salina die köstlichen, frischen, gesalzenen Kapern gekauft haben.

(Momentan fahren uns Rolf und Hans im Zick-Zack durch die Straße von Messina).

Uli besteht darauf, daß das Grappaglas spiralförmig um den Tisch kreiste; am Schluß waren nur noch Michel, Uli und ich im Spiel. Müde fielen wir in die Koje und mit Ohrstöpseln war es wieder eine herrliche Nacht.

 

Freitag, 22.09.2006               (Vulcano – Reggio di Calabria, Sicilia)

Um 6.00 h legten Rolf, Pit und ich ab. Herrlich war der glutrote Sonnenaufgang und der Blick auf die sizilianische Küste mit rauchendem Ätna.

Ein besonderes Erlebnis war auch der Delphinschwarm, auf den uns Michel hinwies. Wir waren alle vorne am Bug – dank Autopilot. Für Poophy nicht sehr beruhigend, als er verschlafen den Niedergang hochkam und das Cockpit völlig verlassen vorfand. Ciao, Matrosen!

Für Poophy sind wir von allen guten Geistern verlasse, was er darauf zurückführt, daß wir sein Sudoku, zu dem er Stunden braucht, in sekundenschnelle ausfüllen, und das mit vierstelligen Zahlen!

Michel: „Delphinsche – dess war de´ Klenne!“

Während wir Richtung sizilianische Küste trieben, entstand unser Törnsong „Velare tra i Vulcani“ mit voller orchestraler Besetzung. Poophy: „Daß wir das erleben durften!“

Michelsche legt wert darauf, daß ich festhalte, daß ich die gestrige Nachtwanderung, unsere Nachtfahrt, mit Sonnenbrille machte. Verdammt dunkel war`s!

Wir führen übrigens drei Logbücher, das Landratten-Logbuch in km, das Segler-Logbuch in sm und das Höhen-Logbuch in m!

Michel besteht darauf, daß ich nachtrage, daß Rolf nicht mehr säuft, nicht mehr segeln geht, keine Musik mehr macht und den Frauen nicht mehr nachguckt. Er hätte nur noch ein neues Laster: er fängt an zu lügen!

 

Samstag, 23.09.2006                         (Reggio di Calabria – Frascati - Roma)

Nach der Schiffsübernahme gestern am frühen Abend durch Salvatore starteten wir zur zweiten Nachtfahrt des Törns – wir fuhren von Villa San Giovanni mit der Fähre nach Messina hinüber, d.h. wir überquerten – mal wieder unter Motor – die Straße von Messina, um endlich einmal einen Fuß auf Sizilien zu setzen.

Beim Macellaio, einem sizilianischen Steakhouse, gab es das Cena, dicke Lappen Steaks mit Pilzen oder Pfeffer. Es schmeckte hervorragend, nur Zahlmeister Hans wurde kurzfristig beim Zahlen blaß – nur kurzfristig, denn die feurige Sizilianerin, bei der er zahlte, trieb ihm die Hitze wieder ins Gesicht, oder wie läßt sich sonst das Rotbraun erklären? Waren wir etwa beim Segeln?

Und wieder hatten wir den Gedanken diskutiert, daß wir in Sizilien eine Männer-WG gründen, ein betreutes Wohnen; nur tauschten wir in Gedanken das polnische Pflegepersonal in sizilianische um. Erst kommt die Angst, dann die Panik, dann das Betreute Wohnen. Unser Wohnheim wird eine Terrasse haben mit Blick auf die Straße von Messina und einen Yachthafen, so daß Rolf von dort aus Anlegemanöver beobachten und mit großen Schildern die Haltungsnoten vergeben kann. Er wird dann Skippertraining anbieten.

Rolf weist mich darauf hin, daß wir daheim die Sun zur Berghütte umbauen wollen, um dort nette Crew-Hüttenabende zu verbringen. Pit hat noch ein altes Heugebläse, so daß wir auch Segelsetzen üben können, damit wir die, laut Rolf, ausgezeichnete Seemannschaft nicht verlernen. Den Motor der Sun bauen wir aus, um Platz zu schaffen für den 250 Liter Tank für Vino Rosso.

Michel schreit momentan zum kalten Norden vor „Musik!“ Einer seiner Hauptsprüche, wie: „Feuer in de Zylinder!“

Bevor wir zur Fähre in Messina zurückgingen, versumpften wir in einer Musikbar, in der ich mein Versprechen einlöste, die beste Crew der Welt, die mir meinen Traum „Stromboli und äolische Inseln“ erfüllte, zu einem Grappasche einzuladen. Um 01.30 h waren wir nach Nachtfahrt und dickem Lob von Navi-Franze (Beckenbauer) zurück am Schiff.

Heute früh standen wir um 07.00 h auf und fuhren um 07.30 h ab Richtung Rom, um dort heute Abend Michelsche auf dem Flugplatz abzusetzen.

Nachträge nach Hörbuch-Lesung:

  • Rolf: „Nur Landratten erkennen das Queren von getrennten Fahrwassern nicht und bezeichnen es als Zick-Zack-Kurs!“
  • Uli: „Schon Montagabend waren die, für eine Woche gekauften, Weinvorräte von uns gegangen!“
  • Poophy:“ Die Vielfalt der seemännischen Begriffe begeistert mich Landratte, z.B. „So `num!“
  • Rolf: „Hans behauptete am ersten Tag begeistert, er hätte 102 sm in 5,5 Stunden zurückgelegt! Er hatte übersehen, daß die Anzeige auf km umgestellt war.“
  • Uli: „Günter integrierte Hans in seine Steelband-Instrumente als special effect: Schlag auf Arsch, dann Hans: „Autsch!“ – wie Quietsch-Entchen“.
  • Rolf: „Der langjährig bewährte Barbershop-Betreiber Günter hat total abgeloost und seine letzte Chance vertan, sein Schaf Rolf zu scheren.“
  • Hans zum Nachtrag: „Das ist eine Unterstellung“. Darauf Günter: „macht nichts, klingt aber gut!“

Kleiner Sprachkurs für fluchende Segler:

Stronzo!

Arschloch!

Che cazzo di macchina!

Scheiß Maschine! (egal welche)

Vaffanculo!

Fahr zum Arsch (Fick Dich ins Knie)!

Che deficiente!

Schwachkopf!

Figlio di puttana!

Hurensohn!

Che vacca!

Wahnsinnsweib! (vacca = Kuh)

Che bella figa!

Klasse Frau! (figa = Feige/ Zwetschke)

 


 

Formel zur Anpassung der drei Logbücher und Umrechnung in Seemeilen (sm):

  • Segler-Logbuch (in sm)
  • Alpinisten-Vulkan-Logbuch (in m)
  • Taucher-Logbuch (in m)

Gesamte zurückgelegte = Strecke

Strecke auf + Schiff

Höhenmeter mal +  Anpassungsfaktor

Tauchmeter mal Anpassungsfaktor

[sm]

[sm]

[1000 m = km]

[m]

S =

SS +

(H × 200) / 1,8 +

T / 1,8

 

 

 

 

Gegeben:

SS = 168 sm

H = 1708 m × 2 = 3,416 km

T = 40 m × 2 = 80 m

Gesucht: S = ?

 

 

 

Lösung:

 

 

 

S =

SS +

(H × 200) / 1,8 +

T / 1,8 =

 

168 sm +

(3,416 × 200)/ 1,8 sm +

80 / 1,8 sm =

 

168 sm +

379,5 sm +

44,4 sm =

 

592 sm

(Wir sind stolz auf uns!)

 

100 % =

28,4 % +

64,1 % +

7,5 %

 

Wunderbar war die Fahrt durch die Weinberge von Frascati zum Fasthotel Roma Sud. So haben wir einen kleinen Eindruck dieser schönen hügeligen Gegend bekommen.

Nachdem wir schweren Herzens den besten Löffelschespieler der Welt, Michelsche, am Flugplatz Ciampino abgesetzt hatten (letzter kurzer Stehimbiß mit Grappa, vino bianco und parmigiano), fuhren wir vom Metrobahnhof Anagnina aus mit der U-Bahn (Linea Rossa) ins Zentrum von Roma.

Zunächst bummelten wir zum Petersplatz, überquerten dann parallel zum „Illuminati“-Gang die Brücke an der Engelsburg und gönnten uns ein Gelato am Campo die fiori. Am Forum romanum vorbei ging es in dieser lauschigen Sommernacht zum Coloseum zurück über Vittorio Emmanuele II und zum Piazza Navona. Wir überquerten ihn, vorbei an Gauklern, und genossen das cena vor dem Ristorante sitzend.

Müde waren wir, nachdem wir im Stechschritt, Hans und Rolf, durch Vulkantouren bestens trainiert, voraus, hinterherrannten. Wir „machten“ Rom in wenigen Stunden, wozu normale Touristen eine Woche brauchen. Über die Fontana di Trevi (hier warf ich ein „Zehnerl“ in den Brunnen, denn ich will ja mal mit Ursl hierher zurückkommen) ging es zur Metrostation: Geschlossen, da Bauarbeiten! Mit einem Bus ging es zurück zu unserem Sprinter und zum Fasthotel Roma Sud.

Todmüde fielen wir in die Federn.

 

Sonntag, 24.09.2006                         (Roma – Montepulciano – Algovia)

Das Highlight des heutigen Tages war der Bummel durch das schöne toskanische Dörfchen Montepulciano.

Nachdem ich mit Ursl telefoniert habe, denke ich an meinen alten Schulfreund Waffel, den Spruch von Poophy, daß „das Leben zu kurz sei, um schlechten Wein zu trinken“, an die Abenteuer mit Waffel u.a. in Rom und daß ich von ihm italienisch Fluchen gelernt habe: Vaffanculo, Waffel, was hatten wir für einen Spaß miteinander!!

Nach einigen Stunden schreibe ich weiter. Wir sind inzwischen am Gardasee vorbei auf dem Weg zum Brenner. Ich schließe den Törnbericht einer tollen alpinen Segeltour zwischen den äolischen Inseln nördlich von Sizilien ab. Schön war das:

„VELARE  TRA  I  VULCANI !“

 

---  THE  END  ---

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Stand: 23. Oktober 2016                                                               Copyright © 2001 Schmidt Chaos Tours