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Islands-in-the-Sun-Tour 2004:
British Virgin Islands - BVI

27.02.-09.03.2004 - 85 sm, davon 75% unter Segel

 


Die Crew: Uli, Pit, Joey, Hans, Günter, Poophy und Rolf.

 

 






 

Freitag, 27.02.2004
München – Paris - St. Martin - Tortola (BVI)

Mich hat das alte Los ereilt – ich bin wieder Bord-Berichterstatter der Schmidt-Chaos-Crew, diesmal auf dem Weg zu den British Virgin Islands:

„Jungfrauen, wir kommen!"

Es ist 7.10h und unsere Air France-Maschine hat gerade abgehoben; wir überflogen die Isar und fliegen über die verschneite Landschaft Richtung Paris (Charles de Gaulle).

Die Rollen sind verteilt wie immer – Hans hatte im Auto die Winterjacke an, die Pudelmütze auf, Pit sitzt neben mir im Pullover und räkelt sich zufrieden – und mir ist es heiß und ich habe seit Betzigau die Hemdsärmel hochgestülpt.

Jungmatrose Poophy ist gut aus Garmisch, Türke Joey aus Istanbul und Skippy Rolf (diesmal mit buntem Haarnetz) aus Fürsti angereist.- Ulis Vorschlag mit Weißwurstfrühstück am Münchner Flughafen (in der Ruhe liegt die Kraft) war wunderbar.-

Eingecheckt haben wir sieben alle unter dem Namen Schmidt – er hat nun das gesamte schwere Gepäck und wir nichts: arme einfache Matrosen!

Der Flug (5700 km bei 900 km/h Reisegeschwindigkeit):
ab München, 27.02.2004 07.10
an Paris C. de Gaulle 08.55
ab Paris C. de Gaulle 11.00
an St. Maarten 15.00
ab St. Maarten 17.45
an Tortola 18.20.

Preis: 991,00 €.

Erstmals in der Geschichte der SCC fahren wir einen Katamaran: eine Lagoon 410 (5.600,00€/Woche).


 

 


 

Samstag, 28.02.2004 (Hodges Creek, Tortola)
(bei Sonnenaufgang, Peter Island, Sonntag).

Übernachtet haben wir im Marina-Hotel. Todmüde waren wir nach 24 Stunden Reise (Zeitverschiebung 5 Std.) in die Betten gefallen. Nach dem ersten Reggae-Abend mit Pasta bzw. Gegrilltem.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Road Town, da wir angeblich das Schiff von Sunsail erst um 15.00h übernehmen könnten. Bei Pusser’s kehrten wir erst mal ein und genehmigten uns den ersten Schluck unter Palmen und mit Hahnengeschrei.

Um uns die Zeit zu vertreiben spazierten wir auch ein wenig durch J.R. O´Neals Botanic Garden.-

Der Taxifahrer brachte uns zurück nach Hodges Creek und machte einen kleinen Umweg, so dass wir die Inselchen nord-, west- und südwärts bewundern konnten – ein toller Blick auf Guana Island und Josiahs Bay mit weißem Sandstrand.

Zurück in der Marina mußten wir feststellen, dass Hans Gepäck nicht angekommen war – Grosseinkauf Kleidung („Erstlingsausstattung") durch unseren „geilen Sklaven".

Wir legten in der Abenddämmerung in Peters Island an einer Boje an und genossen das Schnorcheln in der Great Harbour Bay. Den Abend ließen wir nach famosen Pasta mit Musikmachen ausklingen. Joey spielt Chacchac sogar noch im Halbschlaf.




 


 

Sonntag, 29.02.2004 (Sopers Hole)

Inzwischen haben wir verlegt in die Little Harbour Bay, haben die erste große Schildkröte und den ersten Barakuda gesehen und den Tag mit dem Ankerkommando „Mach Häufchen" begonnen.

Nach dem Schnorcheln und Frühstücken steuerten wir Pelican Island / The Indians an. Laut Uli eines der besten Tauchreviere der Gegend. Die Felsen „The Indians" sind mit ihren Korallenformationen und ihrer Fischvielfalt einer der beliebtesten Schnorchelplätze der Virgin Islands. Also schnappten sich Uli und Hans die Taucherflaschen und der Rest ging schnorcheln – Klasse!

Das Unwetter zog auf und wir legten ab, um möglichst schell zum Hurricane-Hole, Sopers Hole (Tortolas West End) zu kommen. Der Wind nahm so stark zu, dass wir das Großsegel reffen mußten.-

Wir kamen um 13.30h an und sind froh, hier in Sopers Hole untergekrochen zu sein; es duscht ganz schön; der Wind hat kräftig zugenommen; es regnet – und nach dem Nachmittags-Nickerchen sind nun Rolf und Hans unterwegs zum Flugplatz, zwecks Hans Gepäck.

Spruch des Tages (Poophy): „Die Mosquitos, die Baccardi-Mans stechen, werden, wenn sie heimkommen, zusammengeschissen mit „Sauf nicht so viel!" „.-


 



 

Montag, 01.03.2004 (West End, Tortola)
(Kajüte, Dienstag, 7.15h.)

Inzwischen ist es Dienstag früh; die anderen sägen noch vor sich hin und ich bin inzwischen aus dem Schlafsack gekrochen und frage mich, warum es schon wieder regnen muß.

Wenn ich durch die Türe der geräumigen Kajüte schaue, sehe ich in den Regenwolken-Schwaden Thatchers Island, das wir gestern mit dem Dingi umrundet haben. Wir hatten Sturm und liefen daher nicht aus.

Also ging es mit Rolf als Motorbootkapitän und den Schnorchlern Uli, Hans, Poophy und Günter zu dem kleinen Inselchen hinüber. Die Strömung am Kap war sehr stark, so dass wir beim Tauchen wenig sehen konnten. Also besuchten wir Rolf, der sich´s inzwischen am Privatstrand mit weißem Sand unter Palmen bequem gemacht hatte. Uli zog Hans ins Wasser: „Rettet die Waale – zurück mit Hans ins Meer!".

Nach dem Nachmittagsnickerchen gab es die erste Animation: Rolf ließ uns um die Wette schwimmen (um den Katamaran herum, zwischen, den „Kufen" durch), Biersorten raten, Zitronen auf Löffeln balancieren – gestört durch „Trampolinspringer" - und BR-Schein-Fragebögen ausfüllen. Ergebnis: Gleichstand der Teams Backbord- und Steuerbordwache – das Zahlen der Zecke bleibt beim Zahlmeister Hans, wie immer.-

Gerade hat sich, nachdem der Regen über uns hinweggezogen ist, über Little Thatch Island ein wunderschöner Regenbogen mit zwei Bögen gebildet.-

Nach der Animation war es zur Freude der fußlahmen Matrosen zu spät zur kleinen „Bergwanderung". Landgang (nach einem Tag Boje-Aufenthalt). Uli, Poophy und ich genossen den Blick von dem Hügel über der Frenchmans Cay Road über die Inselchen bei Sonnenuntergang.

Nach dem Abendessen mit köstlichen Pasta, führten Uli und ich den Crew-Auftrag aus, die italienische Nachbar-Crew zum Bordfest einzuladen. Der erste Anlauf war kläglich – immer schlecht, wenn einem beim Frontalangriff der Motor abstirbt. Kurz darauf kam der italienische Skipper mit seinem Dingi an und wir unterhielten uns ein wenig. Die Crew kommt aus Bergamo, vicino a Milano. Er kannte auch Nerviano, wo ich letztes Jahr gearbeitet habe. Freundlich, wie die Italiener meistens sind, sagte er uns, dass er unseren Vorschlag mit den anderen bespricht, dass sie aber früh auslaufen wollen und uns daher vorsichtshalber eine schöne Reise wünschen (PS: Der Kat liegt immer noch da).
 










Dienstag, 02.03.2004 (Jost van Dyke / Norman Island)

Nach Poophys göttlichen Spiegeleiern mit Speck und Zwiebeln zum Frühstück nahmen wir Kurs auf die Insel Jost van Dyke. Bei Superwind und ordentlich Welle ritten wir hinüber zum „Great Harbour", um nach einem kleinen Dorfrundgang (nach ausgiebigem Ankermanöver) endlich in Foxy’s Musikbar zu landen. Foxy (Feliciana Callwood) ist ein Original, begabter Musiker („Island in the Sun"), Geschichtenerzähler und insulares Showtalent. Laut „Time Magazin" ist „Foxy´s Tamarind Bar" neben dem Times Square „the best place for a big party". Wir genossen den Painkiller unter einem Palmhüttendach, dekoriert mit Slips, die den Touristinnen vom Leib gerissen wurden, nun mit Namen versehen.-

(Gerade stellen wir fest, dass Rolf die Zwiebeln mit Haarnetz schneiden muß, wie die Küchenbolzen der Kantine – zwecks der Hygiene.-)

Nach der Barber-Aktion bei Pit, um der Sonne auf seinem Hinterkopf mehr Freude zu bereiten, legten wir ab und „ritten" zurück zum West-End und weiter zum Norman Island. Ein Klasse-Segeltag wurde beendet an der Boje direkt neben dem Barschiff William Thornton.- Die Insel ist nach einem Piraten benannt. Im Piratenzeitalter galt der weiträumige Naturhafen The Bight als sicherer Schlupfwinkel für Schiffe, die maximal 90 Grad am Wind segeln konnten.-

Kaum angekommen starteten wir im Dingi zum Schnorcheln am Treasure Point. Wir bewunderten die vielen farbenfrohen Fische in den Höhlen und an den Korallenriffe. Die Rückfahrt war ein heißer Ritt mit dem sich aufbäumenden Wal Uli, der das Dingi so zum Schaukeln brachte, dass wir permanent Wasser-Tuscher ins Gesicht bekamen – war verdammt frisch.-

So, jetzt wird gegrillt – Hansi ist schon am Werk – und dann wird die William Thornton geentert und der SCC-Aufkleber am Bug angebracht.-

Inzwischen ist es vollbracht: Das Entermanöver wurde positiv beendet und der SCC-Aufkleber, weiß auf schwarzem Grund, macht sich recht gut – und Hans, Rolf und ich haben uns im Dingi diebisch gefreut- trotz Teerfinger.-

Bis auf den Painkiller war des auf dem Piratenschiff weniger interessant; obwohl: Uli hat versucht, die quietschigen, antiken „Ami-Fender" schön zu saufen. Den Abend auf unserem Schiff bei Reggaemusik ausklingen zu lassen, war schöner.












Mittwoch, 03.03.2004 (Virgin Gorda)

Nach dem morgendlichen Schwimmen, Kaffee und Spiegelei, kreuzten wir gen Nord-Ost, um nach Virgin Gorda zu kommen. The Bath locken!

Bei Windstärke 8 ging es am Pelican Island vorbei, zunächst nach Tortola, Road Town, um den Achterliekstrecker des Gross vernünftig zu montieren. Leider kam ich um meine Klettereinlage.-

Dann ging es unter sattem Wind und Welle den Sir Francis Drake Channel entlang, an Salt-, Cooper-, Ginger-Island, dem Round Rock und Fallen Jerusalem vorbei zur Marina im Südwesten von Virgin Gorda. Wir segelten an den runden Felsen der Bath und dem wunderschönen Palmenwäldchen vorbei und liefen in die Marina ein.

Sofort warfen wir die Taucherausrüstung ins Dingi und fuhren zurück zu den Bath zum Tauchen. Toll, sich zwischen den Felsen und Korallen durchziehen zu lassen. Etwa 100 Meter weit habe ich eine, einen halben Meter große Wasserschildkröte begleitet; mal tauchte sie auf, mal ging es wieder hinunter auf 7-8 Meter Tiefe. Oft war ich nur einen Meter weit weg und sie schaute immer wieder interessiert, aber völlig ruhig zu mir `rüber.-

So, jetzt muß ich den Barber-Shop für Hans eröffnen.-

(Inzwischen haben wir Freitag und ich komme gerade von der Schiffsschraube der gesunkenen Rhone zurück.)

Nun ist auch Hans frisch beschnitten und es ist klar, warum Hans und Pit bei den „Einheimischen" so gut ankommen: top gestylt durch Barber Günter. Hans: „Dog-Style" und Pit: „Modell Kikriki".

Für das Abendessen übertrafen sich die Smutjes Pit und Poophy selbst: Es gab ein fürstliches „cena" mit mehreren Gängen: Zum Einstieg Gamberi, zum primo Steak und zum secondo endlich Fisch – köstlich. Ob der Weißwein der Grund für unser Schädelbrummen war, das weiß nur Neptun.-

Danach ging es zur Live-Musik in die nächstgelegene Hafenbar. Den Abend ließen wir bei Musik an Bord, Pit neben „Joey" (Torn) und Hans sah schwarz, ausklingen. Pit ging es am nächsten Tag nicht besonders gut – er sah kein Land mehr – das sind halt die Höhen und Tiefen des Seglerdaseins.








 

Donnerstag, 04.03.2004
(The Bath und Marina Cay, Great Camanoe)

In der Früh fuhren wir mit unserem Schiff zu "The Bath" zurück zu dem traumhaft schönen Tagesankerplatz. Granitblöcke von enormen Ausmaßen bilden ein Labyrinth von Schluchten und Gängen im Wasser und an Land. Zwischen den Steinformationen haben sich Grotten und Pools gebildet, wo man faszinierende Lichtspiegelungen beobachten kann.

Nachdem beim Landgang einer der Matrosen nach dem anderen wegschwächelte, kletterte ich die Küste entlang bis zum Kap gegenüber Fallen Jerusalem – Klasse zwischen den Granitblöcken, wenn das Wasser so richtig hochbrandet. Für den Rückweg wollte ich hinauf zum Weg. Ich landete in der Macchia, zwischen Kakteen, Granitblöcken. Dafür, wie lange ich hier unterwegs war, schau ich noch relativ gut aus, wenig Kratzer. Das neue Sport-Klettern mit Adidas-Badeschlappern.

Ich fand zum Weg und ging über den höchsten Punkt, Top of the Bath, hinunter zum, der Marina nähergelegenen „Eingang" von den Baths – wieder Klettern und Schwimmen durch die Höhlen; Super!-

Wir legten ab und segelten hinüber nach Great Camanoe (6 sm), um direkt hinter dem Inselchen Marina Cay festzumachen. Marina Cay ist eine der Perlen in der Inselwelt um Tortola. Die Unterwasserwelt im Nahbereich des Inselchens, vor allem am Korallen-Riff, ist ein Paradies für Taucher – riesige Korallenfächer und dazwischen bunte Fischschwärme.-

Zum Sundowner liefen wir hoch zur Bar, oben auf dem Inselchen, und rasselten mit den Rumbakugeln zur Musik von Michael Beans, dem Aufzieh-Männchen. Unsere Instrumente kamen nicht zum Einsatz. Irgendwie ist mir die Lust nach dem Toast des dumpfen „Amis" vergangen.











 

Freitag, 05.03.2004 (Salt Island / Cooper Island / Rhone)

Ein toller Segeltag mit hohen Atlantikwellen und Am-Wind-Kurs liegt hinter uns. Es war Klasse: Marina Cay – zwischen Ginger Island und Cooper Island durch, hinaus auf den Atlantik (Juhuu!). Anschließend wendeten wir, um Salt Island, seine Westspitze, anzusteuern: Tauchen zum Wrack der Rhone, Ulis Geburtstagsgeschenk (nicht nur der 44-stimmige Seemannschor mit „Island in the sun").

Das Wrack liegt in ca. 30 Fuß Tiefe. Die Rhone sank am 29. Oktober 1867, weil das Auge eines Hurrikans über sie hinwegzog.

Das Schnorcheln am Wrack machte zwar Spaß, aber das war nichts gegen den Tauchgang mit Flasche (und) Hans. Er streikte zunächst, folgte mir dann aber nach und wir tauchten, an der Schiffsschraube vorbei, ins Wrack und auf der anderen Seite wieder hinaus. Wir bestaunten die vielen verschiedenfarbigen Fische, die sich im Wrack anscheinen recht wohl fühlen. Hans fand es weniger lustig, dass er sich den Finger und das Knie aufriß – schöne ist es, wenn das Blut nicht mehr läuft und spritzt.

Wir umrundeten anschließend Salt Island und fuhren zum Cooper Island und machten in der Manchioneel Bay fest. Gleich ging es wieder zum Tauchen am Riff, dem Cistern Point.-

Ich muß kurz unterbrechen, nach dem Tauchen gibt es jetzt den heißersehnten Skippers Punch: Sundown.-

Um den Felsen neben Cistern Point ist ein prima Schnorchelgebiet. Nach dem Schnorcheln wartete ich ewig auf unsere Taucher Uli und Hans – selten fror ich so (nach 1 ½ Stunden). Aber ich sah meinen ersten Rochen – und das war´s wert.

Die Manchioneel Bay ist nach einem Baum in dieser Bucht benannt, der giftige Früchte trägt, die wie kleine grüne Äpfel aussehen – Hautverätzungen sind bei Regen angesagt.-

Aber wir haben nicht Regen, und trotzdem sitze ich in der Karibik mit langer Hose und Faserpelzjacke (soo schön).- Es bläst wie die Hölle, aber entschädigt werden wir durch den einmaligen Sonnenuntergang.

Rolf: „Liebe Crew, das Beiboot einsatzklar ist mir sehr wichtig, nicht um Euch zu retten ...".

Uli: „... sondern um mich in Sicherheit zu bringen!".-

Poophy: „Pit, Du schlafsch jetzt seit drei Tag´, ab in die Küche!".

Und wieder ertönte der glockengleiche Seemannschor der SCC. Ich bestätigte Uli wieder mal, dass er für mich der beste Musiker, weil der begeistertste, ist. Und Uli entgegnete zum wiederholten Male: „Günter, der liebe Gott verzeihe Dir Deine Lügen – und mir, daß ich sie so gerne glaube!".

PS: Der Wind blies respektlos Rolf’s „Buffalo Soldier" in den Teich. Chor: „Woa, woa, woa!".







Samstag, 06.03.2004 (Foxy / Jost van Dyke)

(Sundown, Sonntag, 18.00h).

Um 7.00h gingen wir raus aus den Kojen, legten von der Manchioneel Bay ab und fuhren nach Tortola hinüber, um unser Schiff bei Sunsail in Hodges Creek abzugeben.

Mit einem Taxi fuhren wir die Küste entlang zum West End. Wir hatten im Jolly Roger Zimmer reserviert. Zwei Übernachtungen unter Piratenflagge – das paßt zu uns.

Wir frühstückten erst mal neben der Küche des Hauses und bezogen dann unsere, per Ventilator gekühlten, Zimmer – Humphrey Bogart Atmosphäre.- Der Shoping-Ausflug nach West End war außer heiß nur erfolglos.-

Mit einem Nickerchen bereiteten wir uns auf die heiße Reggae-Nacht im Foxy´s auf Jost van Dyke vor (www.foxysbar.com).

Bei Sonnenuntergang fuhren wir mit der Fähre hinüber. Was erwartet uns laut Limin´ Times:

„... Michael Beans, Lahing Dogs, Sister Joyce and the Motion Band, Third World ... The night will culminate with a performance by Third World that will guarantee you don´t go back to Tortola with your tail between your legs!"

Beim Abendessen lernten wir vom Wirt den Zaubertrick, wie man mit einem "spiralisierten" Geschirrtuch einen Korken aus der Weinflasche bekommt.-

Der Beginn der Show war nicht so berauschend. Eine Gruppe Kreuzfahrer, die zur Reggae-Musik hin- und herwippten. Poophy: „Dös is ja wie beim Heimatabend, a echter Highscore!"-

Einschub beim Sundown auf der Terrasse von Jolly Roger. Günter: „Wer war jetzt no net beim Duschen?" (Unser Zimmer ist zur Duschkabine der gesamten Crew umfunktionert.) Alle: „Nur der Hansi stinkt noch!".-

Zurück zum Music Festival. Kaum war Sister Joyce auf der Bühne begann die Stimmung zu kochen. Pit, Rolf und ich waren ganz vorne vor der Bühne. Der Baß knackte so richtig (6 Saiten), die drei Sängerinnen waren Spitze. Nach dem Konzert saß die Leadsängerin sehr bekifft auf dem Geländer in der Nähe vom Eingang.

Der Höhepunkt des Reggae-Abends bei Vollmond unter freiem Himmel war Third World aus Jamaica, die durch ihren Welthit „69 Degrees" bekannt sind. Sie heizten so ein, wie wir es live noch nie erlebt haben. Absolute Klasse waren der Gitarrist und Bassist. Pit und ich blieben bis zum letzten Akkord um 2.30h in der Früh. Dann ab zur Fähre, total aufgeputscht.

Mit den besoffenen Amis um 3.00h vor dem Jolly Roger hatte ich keine Lust mehr: Koje.
 



 


Sonntag, 07.03.2004 (Cane Garden Bay)

Stimmlich etwas angeschlagen fuhren wir mit dem Taxi über den Berg zur Cane Garden Bay. Die Matrosen wollten ja wieder mal nicht laufen. Sie seien ja keine Landratten:

Schwimmen, Braten, Schnorcheln, Palmenklettern, Pelikane-beim-Hineinstürzen-in-die-Fischschwärme-Beobachten.

Noch nie bin ich durch Fischschwärme mit tausenden von kleinen Sardinen geschwommen, die wie Schilfgras wirken, so dicht. Froh kann man sein, wenn einen nicht einer der Sturzflug-Pelikane erwischt und mit seinem Schnabel aufspießt.

Nach der Duschorgie in Pit und meinem Bad – wir können nun für Uli Sandy Island in der Badewanne aufbauen, eventuell mit einem Palmenzweig im Sandhügel – genossen wir den Sundowner bei wunderschönem Sonnenuntergang, die Inselchen im Westen in verschiedenen Blautönen. Inzwischen ist Sopers Hole fast ohne Schiffchen vor Boje – die Starkwindphase ist nun nach dem Vollmond vorbei, Familienrevier eben. Wir haben ganze 85 sm gemacht, wie es sich harte Matrosen schuldig sind.-

Wir frühstücken gerade (Montag, 9.00h) wieder neben der Küche mit tollem Blick aufs Meer und haben einer 85-jährigen Amerikanerin „Happy Birthday" gesungen. Der engelsgleiche Seemannschor verklang zum letzten Mal.

Günter: „Wir, das Neuschwanstein-Septett, dürfen uns nicht outen!".

Poophy: „Sagt, Ihr seid internationale Musiker auf dem Weg rund um die Welt ...".

Joey: „... auf der Suche nach einem neuen Engagement!".

Den Törn, der uns unvergessen bleiben wird, schlossen wir mit einem Seafood-Pasta-Essen am Kai des Jolly Roger ab.

 
 

Montag, 08.03.2004 (Jolly Roger, West End)

Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Taxi um 11.00h zum Flugplatz, um um 14.00h nach St. Marteen zu fliegen – diesmal hoffentlich mit allem Gepäck.-

Es ist 17.00h und wir sitzen inzwischen nach Absolvieren der Einreiseprozeduren in St. Martin in der Air France Maschine und warten auf den Abflug nach Paris.

Der Rückflug:
ab Tortola, 08.03.2004 14.10
an St. Maarten 14.45
ab St. Maarten 17.20
an Paris C. de Gaulle, 09.03.2004 06.30
ab Paris C. de Gaulle 07.45
an München 09.20.

Gerade fiel mir ein, daß ich gestern Nacht noch eine Kakkerlakke mit der Klobürste in unserer Badewanne erschlagen habe. Rolf meint, die sei ihm bei der Duschorgie aus seinem Gepäck gekrochen und er hätte sie aus Kuba importiert.-

Der Flug nach St. Martin hatte sich verspätet und wir setzten uns das letzte Mal in den Schatten von Palmen. Zunächst machten die Matrosen mein Kreuzworträtsel. Sieger sind Pit und Poophy.

Dann packten wir die Instrumente aus und ließen nochmals den Seemannschor erklingen, glockengleiche Laute von vierundvierzig-stimmigen Elfen. Eine Crew setzte sich dazu (noch 2 Gitarren – ein ganzes Gitarren-Orchester) und wir spielten zusammen. Wahl der Songs, mal die einen, mal die anderen.-

Wegen der Verspätung hatten wir zu tun, unseren Anschlußflug zu erreichen (aber der Skipper hat Segelschuhe mit Stahlkappen, was der Metalldetektor am Entrance beweist, um den Matrosen einen Spitz zu geben und sie zu einem, für sie ungewohnten (Karibik-Feeling!) Arbeitstempo anzutreiben). So kamen unsere Panikkäufe von Souvenirs für unsere Frauen zu kurz.

--- THE END ---

Weitere Informationen zum Segelrevier hier und hier!
Einige Bilder aus dem Törngebiet gibt es hier!

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Stand: 04. Juli 2015                                                     Copyright © 2001 Schmidt Chaos Tours