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Günter's Bericht

 

Schmidt Chaos Tours 
 - Teichgeier-Tour -

Zakynthos - Lefkas
1. bis 9. September 2001

 

Rolfs Törnbericht steht unten   --- Günters Törnbericht gibt's hier!

Donnerstag, 30.08.2001:
Eigentlich lief alles voll nach Plan: pünktlich um 14:30 Uhr traf Michel aus Kaiserlautern in Türkenfeld ein und schon ging das erste Auto der Schmidt Chaos Crew auf den Trip nach Süden. Knapp zwei Stunden später trafen Michel und Rolf am ersten Rastplatz nach Sterzing den zweiten Teil der Crew, Hans und Pit, die um 16:00 Uhr in Pfronten gestartet waren. Gegen acht Uhr trafen die vier in Bardolino ein, wo sie Crewmitglied Nummer fünf, Günter aufnehmen wollten. 
Aber so ein Abend in Bardolino verläuft nach seinen eigenen Gesetzen: gut Essen gehen, einen guten Wein trinken, einen Grappa oder Fernet Branca als Absacker und dann in die Kojen. Letzteres funktionierte bei unserer Crew nicht, denn zurück in der Villa hoch über dem See packte Pit seinen neuen Bass und seinen 12V getriebenen Bassverstärker aus. Und da sich ein Bass alleine lange nicht so gut anhört wie mit Gitarre, Gesang und Rhythmusgeräten, mischten auch Günter und Rolf kräftig mit. Erst um zwei Uhr in der Früh kehrte Ruhe ein. 
Freitag, 31.08.2001:
Drei Stunden später haute Günter die Crew aus den Kojen und schon eine halbe Stunde später ging es weiter Richtung Süden, Ziel Ancona. Ohne Stau um Bologna erreichten die Fünf gegen 11:00 Uhr Ancona, parkten die Wagen und enterten auf die Fähre "Blue Star 1" auf. Es folgten viele fast endlose Stunden auf dieser Fähre.
 
Samstag, 01.09.2001:
22 Stunden brauchte die "Blue Star 1" bis endlich Patras auf dem Peleponnes erreicht war. Mit zwei Taxis nach Kilini, mit einer weiteren Fähre nach Zakynthos, hatte die fast unendliche Reise am Samstag gegen 15:30 Uhr an der Hafenmole sein Ende.
Crewmitglied Nummer sechs, Joey, direkt aus Istanbul angereist, erwartete uns schon auf unserer Yacht, Typ GibSea 422. Die folgende Schiffsübernahme und das Kojeneinräumen bei fast 30° im Schatten wurde zwei Stunden später mit ein/zwei Bierchen in der nahen Kneipe abgeschlossen. Somit war die erste Etappe unseres Törns abgeschlossen: alle Matrosen an Bord, das Schiff klar! 
Am Abend packte Hans den Bordgrill aus und brutzelte herrliche Spießchen und Steaks. Die Bord Combo unterhielt den Hafen bis Mitternacht. Wie tot fielen alle Matrosen dann in die Kojen.
Sonntag, 02.09.2001: Steuerbordwache: Hans und Rolf
Früh um kurz nach 7 Uhr hieß es "Anker auf!" Entlang der Ostküste von Zakynthos ging's nach Norden. Zwei Stunden später waren die "blauen Grotten" erreicht. Mit Schnorcheln und Flossen tauchten wir im 26° warmen Wasser durch die Höhlen und genossen das Farbenspiel an den Felsen und unter Wasser. 
Nach dem Runden der Nordspitze der Insel Zakynthos setzte ein starker Südwest Wind ein. Das erreichen des Zieles "Ship Wrack Bay" zu vernünftigen Tageszeiten erschien unwahrscheinlich. Nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von vor fünf Minuten" ließ Rolf die Yacht wenden und auf Steuerbordbug wurde Kurs Ithaka angelegt. Bis in den Nachmittag hinein machte der Kahn unter Segel gute Fahrt. 
Am Kap der Südspitze der Insel Keffalonia kam plötzlich Hektik ins Schiff: ein Rudel Delfine tauchte um die Yacht herum auf. Hans und Günter sprangen kurzentschlossen über Bord. Die Leittiere haben die Beiden sogleich genau unter die Lupe genommen. Es war für beiden ein tolles Erlebnis, wie sie anschließend berichteten, wenn so ein drei Meter Delfin in einem Affentempo auf einen zurast, sind einen halben Meter vor ihnen auf die Seite dreht und sie dann mit einem Auge genau betrachten.  
Ab 17:00 Uhr bauten sich riesige Wolkentürme im Westen über den Bergen von Ithaka auf, es sah ziemlich bedrohlich aus. Aber mehr als nur ein Paar Regentropfen hatten uns erwischt, als wir drei  Stunden später in Kioni an der Ostküste von Ithaka einliefen. Kioni steht noch ganz am Anfang seiner touristischen Laufbahn. Noch sehr ursprünglich, mit drei vier Tavernen direkt am Hafen. Unser Liegeplatz war schlecht. Kioni muss man gegen 15:00 Uhr erreichen, sonst hat man keine Chance auf einen Platz, sagen alle Handbücher und Segler, die man so trifft. Wir kamen um 20:30 Uhr im letzten Tageslicht. Heftige Böen erschwerten die Ansteuerung auf den letzten möglichen Liegeplatz an der Außenmole, zwischen einer Yacht und großen Felsen an der Mole. Uns blieben knapp fünf Meter. Hans konnte den Anker nicht sauber einfahren, denn er wollte Rolf bei der heiklen Anfahrt nicht aufstoppen, mit dem Ergebnis, dass der Anker auch nicht hielt. Per Schlauchboot brachte Hans den zweiten Anker aus, der dann halbwegs fasste. Das Schlauchboot war so undicht, dass Hans fast noch unfreiwillig Baden gegangen wäre. Nach einer halben Stunde war die rechte Kammer leer. Erst gegen 22:30 Uhr konnten wir zum Essen gehen. Der Morgen begann um 2 Uhr mit einem Metaxa.
Montag, 03.09.2001: Backbordwache: Joey und MIchel
Ganz gemütlich erst kurz vor 12 Uhr Mittags wurde abgelegt. 5 btf. aus NW brachten einen tollen Segeltag in einem der schönsten Reviere in Europa, dem Seeraum zwischen den Insel Keffalonia und Lefkas im Westen und dem griechischen Festland im Osten. Gegen frühen Nachmittag liefen wir in Fiskardo ein. Heftige Böen querab erschwerten das Anlegemanöver, erst nach dem dritten Anlauf - und dem Wechsel der Rudergängers -  kamen wir gut im die Box. Der Anker hielt perfekt. 
Baden, in der Kneipe sitzen und ein kühles Bier trinken, durch den netten Ort spazieren, Menschen beobachten, das war das Programm für den Nachmittag. Nach dem doch recht anstrengenden langen Tagen endlich etwas Ruhe für Geist und Körper. Das Abendessen gab es in einer echt griechischen Taverne etwas abseits der Touristenrestaurants. Leider konnte der Tag nicht mit einer Lifedarbietung der grandiosen Bord Combo beendet werden. Der Mann an der Quetsche schwächelte. 
Dienstag, 04.09.2001: Mittschiffswache: Pit und Günter
Wie es sich für Segler gehört legte wir um 8:00 Uhr ab, segelten zunächst bei einem schönen Nordwest nach Osten. Gegen 10:00 Uhr schlief der Wind ein, unter Maschine geht's nun weiter. Ziel: eine der tollen Bucht im Nordosten der Insel Meganession. Nachdem wir alle Buchten im Nordost der Insel erkundet haben, fiel der Anker fast genau an der Stelle, wo die Schmidt Chaos Kids Crew 2000 geankert hatte. Die Vorstellungen über einen schönen Nachmittag in der Bucht gingen zwischen den Matrosen weit auseinander: zwei unternahmen trotz 30° Lufttemperatur eine fünfstündige Wanderung über alle Dörfer von Meganessi, während der Rest badete, einen Mittagschlaf hielt und für das Abendessen Grill und Zutaten herrichtete. Der Abend verlief nach einem bekannten Schema: essen, musizieren, ab und zu einen Ouzo, und wieder musizieren. Plötzlich ertönte Applaus direkt neben unserem Schiff - fünf Segler einer in der Nähe ankernden Yacht waren herübergeschwommen, um uns besser hören zu können und waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nachtruhe war um Mitternacht.
Mittwoch, 05.09.2001: Steuerbordwache: Hans und Rolf
Der Morgen begann mit einer schlechten Überraschung: die Spannung der Batterien unserer Yacht war auf unter 9 Volt gefallen, für das Starten der Maschine zu wenig. Wir saßen in der Falle: ungünstiger Wind für ein Ankermanöver unter Segel in einer Bucht ohne jegliche Versorgung. Durch eine Notfallschaltung konnten wir eine zweite Batterie zuschalten und die Maschine doch noch starten. Der gemütliche Vormittag in unserer Traumbucht wurde gestrichen. Statt dessen segelten wir nach Nidri, einem Charterstützpunkt auf der Insel Lefkas, die Maschine lief zum Laden der Batterien mit. Bis wir Nidri erreicht hatten, zeigten die Batterien schon wieder 12,5 Volt. Nicht viel, aber genug um die Maschine sicher zu starten, und um zu bestätigen, dass sowohl Regler wie Lichtmaschine arbeiteten. 
Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich eingetrübt, NW Wind mit heftigen Böen machte unseren Liegeplatz ungemütlich. So verlegten wir kurzentschlossen nach Lefkas, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel, ca. 2 Stunden von Nidri entfernt. In Lefkas angekommen wollten wir nur noch schnell tanken, bevor wir in der in Bau befindlichen Marina unseren Platz für die Nacht anlaufen wollten. Das Kreisen vor der Tankstelle, die durch eine Motoryacht belegt war, dauerte eine Stunde. Das Wetter hatte sich weiter verschlechtert, dunkle Wolken zogen über uns hinweg und brachten uns Regenschauer und kräftige Böen, die Hans nur mit Mühe parieren konnten.  Wir machten an der Stadtmole vor Buganker fest, trieben den Tankwart in einer Kneipe auf, überredeten ihn, uns Diesel per Tankwagen zu bringen und endlich gegen 20:00 Uhr hatten wir unseren Nachtliegeplatz erreicht. Beim Essen in der Altstadt diskutierten wir die Möglichkeiten des nächsten Tages. Das Wetter sollte laut Vorhersage NW Wind mit 4-5 bft., starke Bewölkung und vereinzelten Schauer bringen. Keine besonders guten Voraussetzungen für eine Strecke von 35 Seemeilen direkt gegen an. 
 
Donnerstag, 06.09.2001: Backbordwache: Joey und Michel
Gegen sechs Uhr früh weckte Joey die Matrosen, um auf den langen Schlag nach Norden zu gehen. Doch kaum hatte Rolf seine Nase kurz in den Wind gehalten, kam sein Kommando: "Zurück in die Kojen! Wir laufen nicht aus!" Diese Entscheidung erwies sich als einzig richtige: im Laufe des Vormittags frischte der Wind im Hafen weiter auf. Unser "Windschätzeisen" zeigte konstant 8 bft., in Böen zeigte er bis 11 bft. Die Crews einlaufender Yachten berichteten von chaotischen Zuständen in den Buchten rund herum und im Hafen Nidri. Anker waren ausgebrochen, hatten sich in anderen Ankern verhakt, die Schwojkreise der Yachten waren zu groß für die engbelegten Buchten. Kollisionen waren die Folge. 
Der starke Wind hielt den ganzen Tag über an, die Vorhersagen für die nächsten 36 Stunden versprachen keine wesentliche Verbesserung. Selbst wenn der Wind abnehmen sollte, war unser Ziel Korfu ohne Nachtfahrt nicht mehr zu erreichen. Also lief die Organisation der Yachtübergabe an unsere Nachfolgecrew in Lefkas an. Checken von Busverbindungen, Abfahrtzeiten von Fähren, mögliche Treffpunkte usw. Gelobt seien die Handys dieser Welt. Die Lösung war vier Stunden später gefunden, und die Nachfolgecrew einverstanden: wir mieten einen Kleinbus, fahren nach Igouminitsa, doch machen wir eine Yachtübergabe ohne Yacht, nachdem die andere Crew mit der Fähre von Korfu angekommen ist. Die fahren dann den Kleinbus zurück und wir besteigen unsere Fähre nach Ancona. Nachdem das geklärt war, war leider auch klar: unser Törn war schon am Vortag beendet worden. Nur vier Segeltage waren uns vergönnt. 
Freitag, 07.09.2001: Keine Wacheinteilung mehr, denn der Törn ist beendet!
Aufräumen und Motorradfahren war angesagt. In welcher Reihenfolge das erfolgen sollte, darüber waren sich die Matrosen nicht einig. Letztendlich setzte sich der Skipper durch, der genau wusste: "Wenn die erst über die Insel toben, kriege ich die nie zum Aufräumen auf den Kahn!". Also erst aufräumen: Backskisten säubern, Anker und -kette reinigen, Klar Schiff an Deck! Dann gegen 11 Uhr hatten sich die Matrosen und Motorroller-Kids verwandelt, Michel sogar ganz stilecht in Jeansjacke! Über die Berge von Lefkas - immerhin fast 1400 m - ging's zu den berühmten Sandsteinfelsen im Südwesten der Insel. Schon gegen 20:00 Uhr waren wir zurück, das Abendessen in der Stadt fiel aus, dafür gab es mehrere Ouzo und ein paar Bierchen. Das bisschen was wir essen, können wir auch trinken! An Bord spielte später die Combo auf, angeblich bis um ein Uhr. 
Samstag, 08.09.2001 und Sonntag 09.09.2001: Heimreise ist angesagt!
Leider wieder viel zu früh mussten wir aus den Kojen. Die persönlichen Taschen und die Instrumente standen auf dem Steg, als die Matrosen den Kahn innen und außen auf Vordermann brachten. Nachdem wir für die Nachfolgecrew noch ein Flasche Rotwein und einen Willkommensgruß auf den Tisch im Salon gestellt hatten, bestiegen wir unseren gemieteten Fiat Scudo und brachten Joey zum Bus nach Athen. Die Fahrt nach Igouminitza war schell und problemlos. Mit unserem Nachfolger und seiner Crew machten wir in einer Hafenkneipe in Igouminitza Schiffsübergabe ohne Schiff, bevor sich diese mit unserem Auto auf den Weg nach Lefkas begaben. Die Überfahrt nach Ancona war kurzweilig. Ein kleines Ständchen der Schmidt Chaos Combo unterhielt zeitweise die Passagiere auf dem Achterdeck. 
In Ancona fanden wir am nächsten Morgen unsere Autos wohlbehalten vor, auch wenn die Parkgebühr mit 243.000 Lire fast dreimal zu hoch war, als angeschrieben. Schnell ging es bis Klausen in Südtirol, wo wir am Nachmittag unseren letzten Matrosen Uli im Törgglen Keller trafen. In Klausen trennten sich unsere Wege: ein Teil fuhr nach Pfronten, ein Teil nach Türkenfeld. Und der ärmste Matrose erreichte erst gegen 1:45 Uhr in der Nacht sein Zuhause in Kaiserslautern. 

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Stand: 23. Oktober 2016                                                               Copyright © 2001 Schmidt Chaos Tours